Polittalk: Hof verdient eine tragfähige Lösung
Anfang Juli feierte Wil die Gesamteröffnung des Hofs – bei strahlendem Sonnenschein, vollem Hofplatz und grosser Begeisterung. Das gelungene Volksfest zeigte: Der Hof ist unser Wahrzeichen, ein wertvolles Stück Geschichte und ein Herzstück unserer Stadt. Das Ergebnis der langjährigen Sanierung verdient Anerkennung. Umso ernüchternder ist die Nachricht, dass der Hof-Stiftung nach Abschluss der Arbeiten 4,9 Millionen Franken fehlen.
Bericht und Antrag des Stadtrats liegen dem Parlament jedoch noch nicht vor. Deshalb gilt es jetzt, Ruhe bewahren, die Vorlage mit den genauen Zahlen abzuwarten und sorgfältig zu prüfen: Wie setzt sich der Betrag zusammen? Weshalb entstand die Finanzierungslücke? Welche anderen Möglichkeiten bestehen? Und wie kann die Stiftung künftig finanziell stabil geführt werden?
Das Stadtparlament hätte über die sich abzeichnende Situation früher und transparenter informiert werden müssen. Klar ist aber auch: Die beteiligten Unternehmen müssen für ihre Arbeit bezahlt und eine Zahlungsunfähigkeit der Stiftung muss verhindert werden. Ein städtischer Beitrag darf jedoch kein Blankocheck sein. Es braucht volle Transparenz, klare Bedingungen, einen verbindlichen Finanzplan sowie geeignete Berichtspflichten. Allfällige Versäumnisse müssen aufgearbeitet werden.
Auskünfte: Michael Sarbach, Fraktionspräsident GRÜNE prowil
Entscheidend ist aber, dass wir zusammen eine breit abgestützte und faire Lösung finden, bei der die Stiftung, die Stadt und allenfalls weitere Geldgeber einen Beitrag leisten. Der Hof gehört zu Wil. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass er auch finanziell in eine prositive Zukunft blicken kann.