Vor 20 Jahren kaufte die Stadt Wil das Zeughausareal im Lindenhof-Quartier. Seither hat sich in der baulichen Entwicklung des Areals kaum etwas getan, obwohl dessen Bedeutung für neuen Wohnraum im Richtplan und im Quartierentwicklungsprojekt „Projet Futur“ ausgewiesen ist. Positiv äussert sich der Stadtrat auch in der Antwort der überparteilichen Interpellation zum Stand Zeughausareal, die von Manuel Nick (SP), Marius Grämiger (Die Mitte) und mir eingereicht, und von der Mehrheit des Stadtparlaments mitunterzeichnet wurde.

Für die Zukunft des Arbeitsstandorts schauen alle nach Wil West, aber auch den Wohnstandort sollten wir nicht aus den Augen verlieren. Das Zeughaus-Areal ist aufgrund seiner zentralen Lage prädestiniert für attraktiven und leistbaren Wohnraum für eine vielfältige Bewohnerschaft. Mit der Schaffung von Freiräumen und attraktiven Erdgeschossnutzungen kann zudem das Lindenhof-Quartier gestärkt werden.

Der Stadtrat prüfe die Wiederaufnahme des Projekts, gleichzeitig verweist er auf die laufenden Arbeiten bei der Gesamtrevision der Ortsplanung. Das ist wohl korrekt, aber auch gefährlich. Denn bis zur Rechtskraft dieses Mega-Projekts verstreichen rasch einige Jahre, vor 2030 ist nicht damit zu rechnen. Der Stadtrat tut gut daran, die wichtigsten Areale – wie etwa Integra, Post, Bleicheplatz oder Zeughaus – zu priorisieren und die notwendigen Umzonungen vor der Gesamtrevision umzusetzen.

Eine Blockade dieser und weiterer zentraler Arealentwicklungen kann sich die Stadt Wil nicht leisten. Gebaut wird trotzdem, aber in den angrenzenden Gemeinden. Die Steuereinnahmen gingen flöten, unter dem Strich blieben die Zentrumslasten. Bei der Entwicklung des Zeughaus-Areals hat die Stadt alles selbst in der Hand. Es wird Zeit, es aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

Matthias Loepfe
Mitglied Stadtparlament
GRÜNE prowil