GRÜNE prowil sagen Ja zur Initiative «Wil will wohnen»
Die Bevölkerung im Kanton St. Gallen wird gemäss Bund bis 2055 voraussichtlich um 22 % wachsen. Als attraktive Kleinstadt in der Nähe der Metropolregion Zürich wird Wil diesen Druck spüren. Die Situation auf dem Schweizer Wohnungsmarkt ist heute schon angespannt und wird sich zukünftig verschärfen:
Leerkündigungen und hohe Mieten werden die Wilerinnen und Wiler in Zukunft vermehrt beschäftigen.
Die Politik trägt die Verantwortung für bezahlbare und bedürfnisgerechte Wohnungen mit. Mit der laufenden Ortsplanungsrevision besteht die Chance, die Rahmenbedingungen für einen attraktiven Wohnstandort zu gestalten. Der gemeinnützige Wohnungsbau gilt als vielversprechender Ansatz und als dritter Weg zwischen herkömmlicher Miete und Eigentum, das sich viele nicht mehr leisten können. Während in anderen Städten innovative neue gemeinnützige Wohnbausiedlungen entstehen, ist Wil diesbezüglich weitgehend Brachland.
Gemeinnütziger Wohnungsbau bietet mehr als günstige Wohnungen
Da Genossenschaften nicht gewinnorientiert arbeiten, bieten sie langfristig stabilere und rund 15 % günstigere Mieten. Doch es geht um mehr als Geld: Gemeinnützige Bauträger sind Innovationsmotoren. Sie realisieren vielfältige Wohnangebote für unterschiedliche Lebensphasen und -modelle und fördern so die soziale Durchmischung. Zudem investieren Genossenschaften in die Lebensqualität der gesamten Nachbarschaft, z.B. über gemeinschaftliche Angebote wie Begegnungs- und Freiräume oder Car-Sharing. Davon profitiert das ganze Quartier.
GRÜNE prowil setzen sich für eine neue gemeinnützige Wohnsiedlung im Zeughaus ein
Mit der Erheblicherklärung der Motion „Gemeinnütziger Wohnungsbau auf dem Zeughausareal“ hat das Parlament im August 2025 einen ersten Pflock eingeschlagen. Im November 2024 haben sich Matthias Loepfe (GRÜNE prowil), Marius Grämiger (Mitte) und Manuel Nick (SP) über eine Interpellation zum Stand der Entwicklung des Zeughaus-Areals erkundigt. Eine gemeinnützige Wohnbausiedlung wäre ein wichtiger Beitrag für eine ausgewogenere Durchmischung im Lindenhofquartier.
Ziel der Initiative ist ehrgeizig, aber machbar
Neben dem Zeughausareal sieht der Stadtrat im Rahmen der Ortsplanungsrevision bei verschiedenen Arealen Anteile für den gemeinnützigen Wohnungsbau vor. Eine Annahme der Initiative stärkt dem Stadtrat den Rücken für das wichtige Anliegen, lässt ihm aber zugleich offen, wie er es umsetzt. Das Ziel der Initiative – ein Anteil von 10 % gemeinnützigen Wohnungen bis ins Jahr 2050 – ist ambitioniert. Aber so unrealistisch wie die Gegner der Initiative weismachen wollen, ist es nicht. Allein durch die
konsequente Entwicklung der städtischen Areale Lenzenbühl und Zeughaus könnten bereits rund 6 % des geforderten Anteils gedeckt werden, mehr als die Hälfte des Ziels.
Fazit: Signal für einen attraktiven und bezahlbaren Wohnstandort
Die bisherige Haltung des Stadtrats, Massnahmen nur „bei Bedarf“ zu prüfen, greift aus Sicht der GRÜNEN zu kurz. Die Initiative ‚Wil will wohnen‘ setzt das notwendige Signal nach aussen: Wil ist bereit für innovative Wohnbauträger und übernimmt Verantwortung für einen attraktiven, bezahlbaren Wohnstandort.